Repost: Teil I - Was ist die einfache Sprache?
Shownotes
Anlässlich der neuen DIN-Norm habe ich die alte Folge aus dem archiv geholt. Bitte beachtet, dass die DIN-Norm zu diesem Zeitpunkt nicht veröffentlicht war und daher nicht vorkommt.
Die einfache Sprache ist der Versuch, Texte möglichst verständlich zu gestalten. In dieser Episode geht es darum, was die einfache Sprache ist, wie sie sich von der Leichten Sprache unterscheidet und wer darauf angewiesen ist bzw. davon profitiert.
- Text-Version des Beitrags - dort sind auch Beispiele verlinkt.
- Teil II: Leitlinien und Gestaltung der einfachen Sprache
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu einem neuen Podcast zur digitalen Barrierefreiheit.
00:00:04: Heute wird das Ausnahmsweise nicht
00:00:06: ob Digitalität gehen, sondern tatsächlich um Sprache.
00:00:10: Sprache ist ein ganz wichtiger Teil oder Sprachverständlichkeit.
00:00:14: Ist ein ganz wichtiger Teil der digitalen Barrierefreiheit,
00:00:18: der aber in der digitalen Barrierefreiheit leider kaum oder gar nicht vorkommt.
00:00:24: Das liegt an einem relativ einfachen Grund.
00:00:26: Es gibt ja die Barrierefreiheitsrichtlinien,
00:00:29: die global gültig sind, nämlich die WCAG.
00:00:32: Und es gibt die richtigen auch europäischer Ebene, die EN,
00:00:37: also die europäische Norm 301 von P9.
00:00:40: Und in beiden Normen kommt die Sprachadist vor.
00:00:44: Der Hintergrund ist der, dass es relativ schwierig ist,
00:00:47: dass die Sprache international wirklich zu standardisieren.
00:00:52: Das heißt zu sagen,
00:00:53: die so jede Dinge gelten für alle Sprachen global
00:00:59: als barrierefrei, zum Beispiel ganz einfaches Beispiel.
00:01:03: In der Regel sind deutsche Sätze länger als englische Sätze.
00:01:07: Das heißt, wenn ich einen deutschen Satz in eine englische Form übersetze,
00:01:11: dann wird der deutsche Satz wahrscheinlich länger sein, ein paar Zeichen oder
00:01:16: vielleicht sogar ein paar Wörter länger sein, weil die deutsche Sprache in vielen
00:01:20: Sachen ein bisschen umständlicher ist als die englische Sprache.
00:01:24: Das heißt, wir haben längere Wörter, wir haben Kompositor, die es im Englischen nicht
00:01:29: hat, also die Sprache ist teilweise komplizierter.
00:01:32: Oder wir haben solche Dinge wie das
00:01:36: Substantiv und Prädikat, also zum Beispiel
00:01:40: das Substantiv und Prädikat
00:01:44: oder Subjekt und Prädikat im englischen oder dem meisten romanischen Sprachen
00:01:50: zusammenstehen, aber im deutschen getrennt werden.
00:01:54: Ich kann im Deutschen sagen, der Vogel ist aus dem Letzt gefallen.
00:01:58: Das Problem hier ist, dass ich
00:02:01: Subjekt und Prädikat immer benötige, um den Satz sozusagen zu verstehen,
00:02:07: weil wenn ich nur mit der Vogel höre oder ist aus dem Letzt gefallen,
00:02:11: dann kann ich erstmal nichts mit dem Satz anfangen.
00:02:14: Und deswegen ist die deutsche Sprache ein bisschen komplizierter und
00:02:19: auch ein bisschen mehr komplexierter.
00:02:21: Und ich kann auch sagen, dass ich
00:02:24: und deswegen ist die deutsche Sprache ein bisschen komplizierter und da ist es
00:02:29: ganz schwierig, so universelle Regeln aufzustellen.
00:02:31: Und dann gibt es natürlich auch Sprachen, die gar nicht so stark auf selben
00:02:35: Basierten, wie etwa chinesisch oder japanisch, wo dann ganz andere Regeln gelten würden.
00:02:42: Und dementsprechend ist es schwierig, da Regeln zu machen.
00:02:44: Also es gibt ein paar ganz allgemeine Regeln in der PCRG, Dreifach A zum Beispiel.
00:02:49: Da gibt es so was wie, dass man komplexe Wörter erklären muss oder
00:02:54: dass die Sprache so gestaltet sein muss, dass es jemand mit einer bestimmten
00:02:57: Schulbildung sie verstehen sollte.
00:03:00: Das gilt aber wie gesagt auf dem AAA Niveau,
00:03:04: dass aber für die meisten Staaten oder für die meisten Bereiche nicht maßgeblich ist.
00:03:09: Maßgeblich ist immer die AA Regelung
00:03:12: und da gibt es wie gesagt keine Anforderungen an die Sprache oder die Visorile Textgestaltung.
00:03:18: Schauen wir jetzt erstmal an,
00:03:20: warum einfache Sprache oder verständliche Sprache generell wichtig ist.
00:03:26: Es ist aber so, dass für Menschen, die
00:03:31: eine große diese Fähigkeit mit sich bringen, das sind einem Prinzip.
00:03:34: Alle Menschen, die eine anspruchsvolle
00:03:38: Ausbildung genossen haben, also sagen wir der Ausbildung im Verwaltungsbereich,
00:03:43: eine Ausbildung im Informatikbereich und natürlich auch alle Menschen,
00:03:48: also Ausnahmslos alle, die als Studium abgeschlossen haben und die auch in einem
00:03:53: entsprechenden Beruf arbeiten.
00:03:55: Hintergrund ist der, dass wenn man studiert hat,
00:03:58: natürlich einfach gelernt hat, mit komplexen Informationen umzugehen
00:04:03: und in der Regel dann auch im Berufsleben mit komplexen Informationen umgeben muss.
00:04:09: Das heißt, wir haben natürlich die Information, um uns auf den
00:04:13: Kopf zu halten in unserem Bereich, diese häufig komplex, die wir haben mit den
00:04:19: Softwareleitungen zu tun, mit den Programmen, die wir täglich benutzt sind,
00:04:23: dass er auch teilweise sehr komplex sein kann.
00:04:26: Wir haben mit komplexen Anweisungen unserer
00:04:29: Personalabteilung oder aus dem Marketing zu tun usw.
00:04:32: Das heißt Sprache ist unser Werkzeug.
00:04:35: Und das Problem ist, die Leute, die die Texte schreiben,
00:04:38: nicht die Leute, die die Texte am Ende lesen müssen.
00:04:42: Und deswegen haben wir als viel Schreibende und viel Lesende
00:04:46: relativ wenig Verständnis dafür, dass es Menschen gibt, die diese Fähigkeiten nicht
00:04:51: mitbringen. Das ist das Kernproblem, dass wir sozusagen
00:04:54: dieses Grundverständnis nicht haben und dass deshalb auch die
00:04:57: Herausforderung nicht kennen, die
00:05:01: eine wenig lesende Person hat.
00:05:05: Nimm mal ein simples Beispiel.
00:05:07: Wir können Texte einfach lesen oder sie zu verstehen.
00:05:10: Also lesen und verstehen sind zwei völlig verschiedene Einheiten, so zu sagen.
00:05:16: Ein simples Beispiel, wenn wir einen Text lesen, der in lakardischer
00:05:20: Schrift geschrieben wurde, aber dann das Sprache, die wir nicht kennen,
00:05:23: sagen wir mal italienisch.
00:05:25: Bei Italienisch gibt es auch wieder Dialekt.
00:05:27: Also das heißt, wenn wir hoch Italienisch sprechen,
00:05:29: heißt das nicht, dass wir den Dialekt verstehen, der in Neapel oder auf
00:05:33: Sizilien oder anderswo gesprochen wird, genauso wie wir katalardisch nicht
00:05:39: verstehen können, die meisten von uns oder Finnish.
00:05:42: Das sind eine Sprache, die in lateinischen Buchstaben geschrieben werden.
00:05:46: Eventuell haben sie ein paar Sonderzeichen oder ein paar
00:05:49: Akzente auf den Buchstaben.
00:05:51: Aber selbst wenn wir diese Borte lesen können, heißt es nicht, dass wir verstehen
00:05:54: können, was in dieser Sprache geschrieben wurde.
00:05:58: Die Herausforderung besticht jetzt zum
00:06:00: allen in zwei Schritten, sozusagen einmal das Lesen von Text.
00:06:04: Das heißt, dass Visuelle aufnehmen und den Ziffern von Buchstaben
00:06:09: das Zusammensetzen von Buchstaben zu Wörtern, das Zusammensetzen von Wörtern zu
00:06:13: setzen und so ein Text besticht ja nicht aus 1 oder 2, sondern meistens aus 30
00:06:18: oder 40 setzen oder mehr.
00:06:19: Und diese Komplexität ist halt eine ganz andere als wenn ich
00:06:23: einzelne Buchstaben und Wörter lesen muss.
00:06:26: Und in dem Fall kann ich halt die Texte lesen.
00:06:30: Aber wie gesagt, wenn Lesen verstehen zwei verschiedene Prozesse sind,
00:06:34: dann heißt nicht, dass ich es lesen und verstehen kann.
00:06:37: Also das Verstehen ist sozusagen als separator Schritt zu sehen,
00:06:41: der für jemanden der viel liest und Texte liest, die er
00:06:44: grundsätzlich auf seinem Niveau sozusagen lieben.
00:06:48: Der hat keinen, der hat diesen, der teilt sich dieser Prozess nicht ins
00:06:52: Weißschritt. Das heißt für ihn ist das eine Einheit, aber für jemanden, der nicht
00:06:57: gut lesen kann oder der langsam liest zum Beispiel.
00:07:00: Wenn ihr Kinder habt zum Beispiel, dann kennt ihr das vielleicht, wenn die
00:07:04: in den ersten 1 Packgassen sind, dann lesen die irgendwie Buchstabenweise oder
00:07:09: Bordweise.
00:07:10: Und das ist extrem heftig, wenn man denen einen längeren Satz gibt, dass sie das
00:07:15: wahrscheinlich die Schacht werden, die zu lesen in einem Schritt und zu verstehen,
00:07:19: weil sie am Ende des Satzes, den sie da gelesen haben, packen haben, was am Anfang stand.
00:07:24: Weil sie so stark auf das Lesen konzentriert sind, dass sie weniger Ressourcen
00:07:30: und das Verstehen haben. Man geht davon aus, dass man ungefähr 150 Wörter pro Minute
00:07:38: lesen können muss, um diese Verstehen sozusagen zu haben oder zu erleben.
00:07:45: 150 Wörter klingt das mal viel, ist es aber nicht.
00:07:48: Also 150 Wörter entspricht ungefähr der durchschnittlichen
00:07:53: Regelgeschwindigkeit einer normal sprechenden Person.
00:07:57: Das heißt, wenn wir einem Kind zum Beispiel einen Text hohen lesen,
00:08:00: dann werden wir wahrscheinlich ein bisschen langsamer sprechen.
00:08:04: Aber wenn wir jetzt ganz normal sprechen, dann sind es ungefähr 150 Wörter.
00:08:09: Es gibt natürlich Menschen, die deutlich schneller sprechen und einige Menschen, die
00:08:12: deutlich langsamer sprechen.
00:08:15: Aber 150 Wörter sind total nur ein Schnitt.
00:08:18: Und 150 Wörter, das ist das, was ein Kind in Deutschland nach der FIP-Klasse
00:08:25: lernen sollte, können sollte.
00:08:27: Das heißt, dass heute 150 Wörter lesen, wenn
00:08:31: ich sozusagen auf die Höhe, auf die Mittelstufe wechseln.
00:08:34: Und ja, das ist eine gute Idee.
00:08:38: Wird von vielen Kindern heute nicht mehr erfüllt, zumindest das, was man von den
00:08:42: Lehrern hört und leider Gottes auch von vielen Erwachsenen nicht.
00:08:46: Und dafür gibt es natürlich viele Gründe.
00:08:48: Der Hauptgrund dürfte aber sein, dass die meisten Menschen, die dieses Problem haben,
00:08:54: einfach keine regelmäßigen Leser*innen sind.
00:08:56: Das heißt, die lesen,
00:08:58: vielleicht die Sportindustrie oder irgendwelche WhatsApp-Nachrichten oder
00:09:03: irgendwelche Überschriften auf ihrem
00:09:06: Lieblingsjustitecker, aber die lesen jetzt vielleicht keine längeren komplexeren
00:09:12: Texte, das ist sehr, wo es geht.
00:09:14: Es geht um Texte, nicht um komplexe Texte, sondern um Texte, die komplexe Informationen enthalten.
00:09:21: Das Wichtige beim Lesen ist tatsächlich, dass
00:09:24: speichern und kombinieren von Informationen.
00:09:28: Speichern heißt, ich nehme Informationen aus einem Text auf und kombinieren heißt,
00:09:34: ich setze diese Informationen zusammen.
00:09:37: Ein Großteil des Lesens ist ja Filtern sozusagen.
00:09:39: Das heißt, ich muss Informationen raushiltern, die ich schon kenne.
00:09:42: Ich muss die Informationen heraus suchen, die für mich relevant sind.
00:09:47: Das heißt, ich kann eine ganze Menge Informationen
00:09:49: schließen und ich muss diese Informationen zu einem Gesamtbild kombinieren, damit ich
00:09:54: sozusagen von diesem Text profitieren kann.
00:09:57: Die Herausforderung ist jetzt, dass viele Menschen
00:10:01: im Berufsleben diese Fähigkeit des Stellarzt haben.
00:10:04: Wie ich am Anfang gesagt habe, die Mehrheit der Menschen oder viele Menschen haben halt
00:10:09: keinen Akademie-Bisschen Abschluss.
00:10:10: Viele Menschen haben keine
00:10:13: sprachlich einschuldige Ausbildung machen müssen oder es ist so lange her, dass sie
00:10:17: keinen Bezug mehr zu haben und die werden einfach daran scheitern, wenn sie
00:10:23: Informationen aus Texten selbstständig aufnehmen müssen, die aus ihrer Sicht zu
00:10:29: komplex sind. Und das ist ja die Herausforderung, die wir heute haben, dass wir viele Texte haben,
00:10:35: die zu komplex sind für diese Gruppe.
00:10:38: Wenn man sich die Verteilung der dieser Kompetenzen anguckt, dann
00:10:42: ist leider nicht die aktuellen Zahlen im Kopf, aber da gibt es die sogenannte
00:10:46: Einwohnerstudie von der Universität Hamburg.
00:10:49: Da kann man davon ausgehen, dass ungefähr 7 Millionen Menschen im Erwachsenenalter
00:10:54: funktionelle Analphabetien sind.
00:10:57: Das heißt, die können nur auf Wort- oder Satzeebene lesen und halt nur rudimentär.
00:11:03: Dann gibt es noch ungefähr 30 Prozent,
00:11:06: waren es glaube ich Menschen, die ein bisschen mehr können als dieses
00:11:11: funktionelle Analphabetismus, aber nichts deutlich mehr.
00:11:14: Das heißt, die werden können jetzt kommen im Alltag, im Arbeitsalltag vielleicht gut
00:11:18: zu Recht, können auch sonstige Dinge relativ gut lesen, werden aber zum Beispiel
00:11:24: an Behörden, Schriften, Briefen usw.
00:11:28: Scheitern oder an amtliche Bekanntmachung und solche Dinge.
00:11:32: Und wir gehen davon aus, dass ungefähr 85 Prozent der Bürger*innen von einfacher
00:11:39: Sprache profitieren können.
00:11:42: Überlegen wir uns einmal, welche Folgen hat das für die Mädchen, wenn sie Texte
00:11:46: nicht verstehen können?
00:11:48: Es ist, glaube ich, eine generelle Frustration, dass man in einem Staat lebt,
00:11:54: der es nicht für Wert befindet, mit seinen Bürgern auf Augenhöhe zu kommunizieren.
00:12:02: Das heißt, man hat den Eindruck, dass der Staat sich teilweise auch absichtlich
00:12:08: auf die Plizzen ausdrückt und weiß man nicht warum, aber es ist so ausdrückt, dass
00:12:15: man ihn nicht verstehen kann.
00:12:17: Und das Problem ist, es gibt da draußen jede Menge Leute, die das besser können, die
00:12:21: aber keine guten Absichten verfolgen.
00:12:23: Ich will sagen, dass sich die Tiefe reingehen, aber ihr wisst alle wirklich, was ich meine.
00:12:26: Es gibt vielleicht Leute, die das besser können und deswegen vielleicht besser
00:12:31: funktionieren als der Staat oder die politische Verwaltungsinstanzen, weil die
00:12:39: das einfach nicht können oder nicht wollen.
00:12:42: Das weiß man nicht genau.
00:12:44: Die zweite Herausforderung ist natürlich, dass viele Dinge falsch gemacht werden,
00:12:48: aus so einem Beispiel Anträge falsch ausgefüllt werden oder gar nicht, weil man
00:12:52: sozusagen nicht traut, an die Verwaltungen ranzugehen.
00:12:56: Das heißt, das sind auch größere Folgen, die sich einfach daraus ergeben,
00:13:00: dass Sprache nicht festgestellt wurde.
00:13:04: Das heißt, viele Menschen da draußen, die ihre Rechte nicht wahrnehmen können,
00:13:08: entweder weil sie nicht kennen, weil sie die Texte nicht verstehen oder weil sie Angst
00:13:14: haben, Anträge zu stellen, weil sie die Anträge oder die Antwort schreiben,
00:13:19: der Behörde nicht verstehen.
00:13:21: Ganzes Reichen von den Tausenden von vielen, die dann gemacht werden und die dann dazu
00:13:25: führen, dass man bestimmte Dinge nicht oder sehr spät bekommt.
00:13:29: Ich erinnere mich mit grauen an meine Barfückanträge.
00:13:32: Sie habe ich bis heute nicht verstanden.
00:13:35: Also trotz akademischen Hintergrund kann man sie nicht verstehen.
00:13:38: Und das hat mich dann irgendwie drei Monate ohne Barfück gekostet oder
00:13:42: ich habe es der Anträge auch abgedeht worden.
00:13:45: Das weiß ich gar nicht mehr.
00:13:47: Schauen wir uns ganz kurz die Zielgruppen oder die wichtigsten Zielgruppen
00:13:51: mehr einfach Sprache an.
00:13:53: Erst einmal haben wir über die Funktionalen anderen verbieten.
00:13:57: Ich habe schon vorhin gesprochen.
00:14:00: Generell ist es so, dass die meisten Funktionalen anderen verbieten
00:14:04: nicht direkt von der einfachen Sprache profitieren können.
00:14:07: Wie gesagt, sieben Millionen Menschen, die nur auf Wort- oder Satzebene lesen können.
00:14:12: Und da, das reicht einfach nicht.
00:14:14: Das ist zu wenig und da gibt es tatsächlich auch keine Möglichkeit zu sagen,
00:14:19: ich kann dieser Persongruppe Information textlich vermitteln.
00:14:23: Es gibt natürlich die Möglichkeit zu sagen, sie können sich die Texte vorlesen
00:14:27: oder sie benutzen elektronische Vorlese-Hilfen.
00:14:30: Das gibt es, das kann helfen.
00:14:34: Ich weiß nicht, ob es in jedem Fall so hilfreich ist, weil diese Funktionen,
00:14:38: so wie ich sie gesehen habe, bisher nicht komfortabel sind.
00:14:42: Wir haben aber auch ganz viele Menschen, die, wie gesagt,
00:14:46: mehr als rudimentäre Liesefähigkeiten haben, das waren diese 25 Prozent,
00:14:51: mit eher besseren Liesefähigkeiten oder höhere Liesefähigkeiten,
00:14:56: die durchaus mit einfacher Sprache etwas anfangen.
00:14:59: Und wir haben natürlich eine ganze Reihe von
00:15:02: Bürgerinnen, die nicht direkt auf einfache Sprache angemiesen werden.
00:15:08: Aber ich habe noch nie jemanden gehört, der gesagt hat, dieser Text war mir jetzt
00:15:12: irgendwie zu einfach.
00:15:13: Das Text habe ich noch gleich in der
00:15:14: verstanden, ich muss mir gar keine Mühe geben.
00:15:17: So was hat man selten.
00:15:18: Das sind höchstens irgendwelche FHZ,
00:15:22: Akademika, Tor, Alpenballturm, Leute, die denken,
00:15:27: irgendwie alle müssten so schreiben wie Goethe oder Schiller.
00:15:31: Aber es geht hier einfach schlicht gesagt um Gebrauchstexte, nicht um Jürik.
00:15:35: Jürik kann so bleiben, wie sie ist.
00:15:37: Jürik muss nicht jedem gefallen oder jedem zu Gesicht stehen.
00:15:44: Wir reden hier von Gebrauchstexten.
00:15:46: Und von Gebrauchstexten, wenn sie sich an der Allgemeinheit binden,
00:15:50: sollten auch so verständlich wie möglich sein.
00:15:52: Da erwartet niemand stilistische, hochgegriffene Dinge,
00:15:57: sondern wir erwarten einfach, dass sie gut lesbar und gut verständlich sind.
00:16:02: Die größte Gruppe, die von diesem Thema profitieren kann, sind, wie gesagt,
00:16:06: diese unerfahrenden Menschen, also Menschen, die grundsätzlich lesen können,
00:16:11: auch eine grundsätzliche Fähigkeit dazu mitbringen.
00:16:14: Aber nie freiwillig ein Buch aufschlagen oder eine
00:16:18: komplexere Tageszeitung oder irgendwelche komplexere Dinge
00:16:23: sich damit beschäftigen, weil sie einfach kein Interesse darin haben.
00:16:29: Und diese Gruppe, das ist eigentlich die größte Gruppe, die davon profitieren kann,
00:16:34: die Texte fast nötiger werden, weil sie halt diese komplexen Formen nicht so gut kennen.
00:16:39: Eine Gruppe, die ich gerne erwähne, sind auch Seebehinderungen.
00:16:43: Eine Sache, die mit Seebehinderung fast immer verbunden
00:16:48: ist, ist die Fähigkeit oder die Unfähigkeit schnell zu lesen.
00:16:52: Wer hat ja vorhin gesagt 150 Wörter pro Minute,
00:16:56: das ist ein Niveau, das Mittelstufler*innen erreichen sollten.
00:17:01: Aber die Seebehinderung schafft dieses Tempo nicht, weil sie einfach durch die
00:17:06: Seeeinschränkungen nicht können, nicht weil sie es nicht geübt hätten oder so,
00:17:10: sondern durch die Seeeinschränkungen einfach so stark eingeschrieben sind,
00:17:15: dass sie es nicht schaffen.
00:17:17: Diese Hilfmittel sind natürlich eine tolle Sache, Bildschirmlesegesetze,
00:17:21: Kamerasysteme, Vergrößerung, Zoom und so weiter.
00:17:26: Das ist eine tolle Hilfe und ein bisschen dankbar dafür, dass es sowas gibt.
00:17:29: Aber im Endeffekt ist es eine weitere Schicht, die das Lesen anstrengender macht,
00:17:33: für sie ist es anstrengender macht und die einfach auch eine gewisse Beblicklichkeit erfordern.
00:17:39: Bildschirmlesegesetze, das
00:17:42: diese gut liegt auf so einem Rollbrett drauf, so ein rollendes Brett,
00:17:49: dass sich horizontal und vertikal bewegt kann, also hoch und runter und rechts.
00:17:54: Und das heißt aber auch, dass ich jedes Mal, wenn ich einen Ticks lese mit starker
00:17:59: Vergrößerung, dass ich diesen Wagen bewegen muss,
00:18:04: was einfach auch eine richtige Latente zeigt. Das ist jetzt egal bei der Texte,
00:18:08: der irgendwie drei Zeilen lang ist, aber was dann bei uns vor so ein Text ist, drei, vier Seiten lang,
00:18:12: das ist tierisch anstrengend. Engel ist natürlich auch nur neben Grad des Zooms ab, also vor den
00:18:19: Zoompaktoren oder vor der Seebehinderung, wie stark die ausgeprägt ist, aber ich kenne
00:18:24: tatsächlich keinen Seebehinderten, der schnell lesen kann. Ein ganz großes Thema bei der Verständlichkeit
00:18:31: sind Personen mit Gedächtnisproblemen, das heißt Personen mit Demenz zum Beispiel. Hier würde man
00:18:36: vielleicht als erstes nicht dran denken, weil wir können ja, wenn sie den Text nicht verstanden
00:18:41: haben, können sie ja zurücklesen. Klar können sie, machen sie aber meistens nicht. Das heißt,
00:18:47: man guckt sich dann ein Text an, versucht im ersten Durchgang alles zu verstehen und wenn man
00:18:51: sich verstanden hat, dann und nicht muss, dann wird man die vielleicht nicht nochmal lesen. Jetzt
00:18:56: ist die Sache, bei Senioren, wir haben ja vorhin zu kurz darüber gesprochen, Speichern und
00:19:01: Kombinieren. Bei Senioren ist das Problem, dass sie vielleicht nicht so gut speichern und kombinieren
00:19:07: können, wie ihr 15 oder 20 Jahre jüngeres nicht. Das heißt, das Gedächtnis lässt dem Alter häufig
00:19:14: nach, ohne dass er dem Ents vorliegt. Aber wenn natürlich er dem Ents vorliegt, dann ist das
00:19:19: Ganze noch deutlich schwieriger. Und das wird derklich auch die größte Gruppe sein, die immer stärker
00:19:25: auf einfaches Sprache angewiesen ist. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Frage von
00:19:30: Lernstörungen. Das sind zum Beispiel Personen mit Slexi, mit ADHS, das heißt Konzentrationsschwierigkeiten
00:19:37: und viele weitere Geschichten. Auch hier haben wir verschiedene Probleme, die dann zusammenkommen,
00:19:43: nämlich das Thema oder die Herausforderung, dass Informationen schwieriger visuell aufzunehmen
00:19:51: sind oder dass die Personen Schwierigkeiten haben, sich längere Zeit auf einen Text zu konzentrieren.
00:19:58: Das heißt, wenn ich einen langen Text habe und vielleicht ablenkende Elemente drin habe,
00:20:04: dann werde ich vielleicht aus dem Leserfluss rausgerissen. Oder wenn ich in einer unruhigen
00:20:07: Umgebung bin, wenn ich einfach Schwierigkeiten habe, mich längere Zeit darauf zu konzentrieren.
00:20:12: Eine andere Gruppe sind Personen mit, wie gesagt, Lernstörungen, also dyslexie,
00:20:18: viele Gastronomie usw. Diese Gruppe hat Schwierigkeiten, Texte zu lesen, auch rund der visuellen Gestaltung
00:20:27: zum Beispiel, weil die Schriftarztur exotischer ist, weil die Buchstaben zunaheinander stehen,
00:20:31: usw. usw. oder weil sie die Texte nicht anpassen können. Das heißt, das ist auch eine ganz
00:20:36: wichtige Gruppe zum Thema Wissen und Verstehen. Diese Gruppe kann ganz gut von digitalen Texten
00:20:45: profitieren, weil sie die Vorlesen lassen können oder sie können ja in ihrer Bedürfnisse
00:20:49: anpassen. Deswegen profitiert diese Gruppe ganz stark von vereinfachten digitalen Texten,
00:20:55: aber auch von einfacher Sprache, weil man dann weniger kognitibel in der Kiesel zu sagen,
00:21:00: auf das Pastillen aufwenden muss. Schaub uns einmal die einfachen Sprache an und zunächst
00:21:05: einmal die unterschiedlichsten leichter Sprache und einfache Sprache. Die leichteste Sprache
00:21:12: und die einfache Sprache sind zwei Besonderheiten der deutschen Sprache. Bei der leichtesten
00:21:18: Sprache fällt es noch ein bisschen schlacker auf. Die einfache Sprache ist da weniger
00:21:24: stark regulmentiert. Generell, die Zielgruppen sind unterschließlich, d.h. die leichteste Sprache
00:21:30: wendet sich an Personen mit Lernbehinderung, das ist eine klare Zielgruppe, während die
00:21:34: einfache Sprache sicher an die breite Bevölkerung endet. Die leichteste Sprache ist speziell
00:21:41: formatiert textlich, d.h. da gibt es größere Abstände, es gibt eindeutsliche Schriftgeschaltung,
00:21:48: Typografie, d.h. der wird häufig areal verwendet, mit bestimmten Schriftgrößen. Textabstände
00:21:54: sind recht groß, es gibt nur eine Formation pro Zeile und eine Aussage pro Absatz. Es
00:22:01: gibt Visualisierungen, d.h. auf den ersten Blick fällt die leichteste Sprache dritt auf.
00:22:06: Die einfache Sprache wendet sich vor allem an Personen, die keine Lernbehinderung haben,
00:22:15: sondern an die allgemeine Bevölkerung mit einer gewissen Lesekompetenz und Verständniskompetenz.
00:22:22: Sie ist nicht speziell formatiert, in der Regel ist sie nicht speziell bebildert, sondern
00:22:29: höchstens mit normalen Visualisierungen wie im Alltag. D.h. man sieht auf den ersten Blick,
00:22:35: dass die leichte Sprache etwas anderes ist als die einfache Sprache.
00:22:38: Auch wenn die leichte Sprache generell eine gute Sache ist, muss man sagen, dass man
00:22:44: auch eine Reihe von Problemen damit verbunden sind. Das Hauptproblem ist, dass die leichte
00:22:53: Sprache in der Regel vor den Spezialisten innen den bürosvollen leichte Sprache erstellt
00:22:58: wird. Das ist eine gute Sache, weil die Infrastruktur haben, die haben die Erfahrung und die haben
00:23:04: diese, das hatte ich vergessen zu sagen, die leichte Sprache wird auch häufig von Personen
00:23:10: aus der Ziergruppe geprüft. Das heißt, man mit Lernbehinderung, dass es bei der einfachen
00:23:14: Sprache ist der Fall. Also die berufsvolle leichte Sprache haben diese Infrastruktur für die
00:23:20: Prüfung durch Menschen mit Lernbehinderung. Wir haben sie sozusagen einfach abgespeichert
00:23:25: und können das abrufen. Und wir als einfache Spracher, Ersteller, Innen, Autorinnen haben
00:23:33: diese Strukturen nicht. Das heißt, wir müssen das sowieso, wir müssen die Texte abgeben,
00:23:40: wir können das nicht selber machen. Und damit, das ist natürlich einfach mit Zeitverzögerung,
00:23:44: mit hohen Kosten, mit relativ aufwendigen Abstimmungsprozessen verbunden. Und die alle
00:23:50: haben wir bei der einfachen Sprache nicht, weil die einfachen Sprache können wir selber
00:23:53: schreiben im Idealfall. Das heißt, jeder von uns, der Schreiberfahrung hat und vielleicht
00:24:01: auch eine gewisse Schreibapfidität, vielleicht eine Bonotariate gemacht hat oder eine Redaktursausbildung,
00:24:08: der kann einfaches Sprache schreiben, weil die einfache Sprache relativ nah an dem dran
00:24:14: ist, was unterversteht, die Sprache so regissiert. Schreiben plus hören, schreiben plus Internet,
00:24:22: dafür sind mal viele Sachen wieder, die auch in der einfach Sprache zu finden sind.
00:24:26: Schauen wir uns einmal die Vorteile der einfachen Sprache aus der Perspektive der Autorinnen
00:24:34: an, also die, die Texte schreiben. Erst einmal ist die einfache Sprache relativ leicht zu
00:24:42: erlernen und anzubilden. Das heißt, sie ist weniger stark reglementiert als die leichte Sprache.
00:24:50: Das ist in diesem Fall ein Vorteil, weil wir sozusagen noch ein bisschen freier sind, was
00:24:55: die Interpretation der Regeln angeht. Sie ist auch deshalb meist erlernbar, das hat die
00:25:02: Frau Hinschow gesagt, weil sie sich, weiß ich, relativ stark an den Regeln plus Schreiben
00:25:11: plus hören, schreiben plus Internet usw. orientiert und an vielen Stilfiebeln, die wer es schon
00:25:18: kennen, also die meisten Leute, die im Schreiben unterwegs sind, kennen den altgedienten Journalisten
00:25:23: Wolf Schneider. Wolf Schneider hat den 80er/90er Jahren, war der Schreibpapst, er hatte irgendwie
00:25:30: ganz viele Bücher geschrieben, die aber alle so ungefähr das Leichte enthalten, wie kann
00:25:34: ich Guha Nüptikes Deutsch schreiben, ist heutzutage ein bisschen veraltet oder ein bisschen mangeriert,
00:25:40: wie er sagen würde. Aber trotzdem ist die einfache Sprache doch relativ nah an dem dran, was
00:25:49: er propagiert hat, vielleicht noch ein bisschen stärker reglementiert, ein bisschen weniger
00:25:53: gefühlig sozusagen, also weniger subjektiv. Aber trotzdem für diejenigen, die Schreiben
00:26:00: professionell anbinden, ist sie, glaube ich, relativ gut einlernbar.
00:26:04: Generell ist es so, dass Verständlichkeit als Servicedienstleistung verstanden werden
00:26:09: sollte, wenn auch so wie bei ihrer Freiheit oder digitale bei ihrer Freiheit ein Service
00:26:14: ist, ein Dienst an den Menschen, der den Menschen die Zugänge erleichtert. Es gibt wahrscheinlich
00:26:22: Leute im öffentlichen Dienst, die sagen, ist mir so was von egal, ob die heute, ob meine
00:26:27: Webseite bei ihrer frei ist oder meine sprache zugänglich ist. Ich denke aber nicht, dass
00:26:32: das die Mehrheit ist, sondern die meisten Leute wollen einfach ihren Job gut machen.
00:26:36: Und wenn ich meinen Job gut machen möchte und mein Job daran besteht, Informationen
00:26:41: an anderen Menschen zu vermitteln, dann sollte ich natürlich gucken, dass ich das möglichst
00:26:45: verständlich mache. Ein großer Vorteil der einfachen Sprache,
00:26:49: das ist relativ neu, ist die bessere automatische Übersetzbarkeit. Automatische Übersetzbarkeit
00:26:56: bedeutet, dass ich solche Algorithmen habe, ob das jetzt KI ist oder irgendwas anderes,
00:27:01: lassen wir mal dahin gestellt, dass ich Algorithmen habe, die den beschriebenen Text in automatisch
00:27:08: und möglichst in hoher Qualität in eine andere Sprache übersetzen können. Und das ist der
00:27:14: Einworteil der einfachen Sprache, dadurch, dass ich komplexe Satzkonstrukte vermeide.
00:27:20: Das ist ja so eine Hauptheraushorderung der deutschen Sprache, das zu übersetzen. Dadurch,
00:27:27: dass ich relativ einfache Satzkonstrukte zum Beispiel habe, ist diese Spezielle Form
00:27:32: der deutschen Sprache leichter, automatisch, aber auch manuell durch Menschen übersetzbar.
00:27:38: Einfach, weil sie sehr viel schneller verstehen können, worum es geht, die Menschen und die
00:27:43: Software einfach deutlich besser erkennen können, vielleicht was gemeint ist. Und das
00:27:48: ist natürlich ein riesen Vorteil zum Beispiel für die Europäische Union. Die Europäische
00:27:52: Union hat ja irgendwie, ich weiß nicht wie viele es sind, 25 Absprachen und hat einen
00:27:58: riesen Übersetzungs-Service. Und da ist es natürlich ein Vorteil, oder wenn man in multikulturellen
00:28:04: Umgebungen unterwegs ist, wie das Schweiz zum Beispiel oder Belgien, das ist zum Beispiel
00:28:10: von Vorteil, wenn solche Texte in möglichst guter Qualität automatisch übersetzt werden
00:28:15: können. Das wird nie perfekt sein oder nicht in absehbarer Zeit, aber es kann einfach die
00:28:20: Übersetzungsqualität sozusagen verbessern. Zum Abschluss wollen wir uns ein paar allgemeine
00:28:26: Leitlinien der einfachen Sprache angucken. Erst einmal vielleicht vorne weg, warum ich
00:28:32: nicht von Regeln spreche. Das ist eine ganz witzige Sache. Es ist ja so, dass wir Leute,
00:28:37: die mit Sprache zu tun haben, möglichst präzise sein sollten, wenn wir unsere Sachen ausdrücken
00:28:44: wollen. Und ich zum Beispiel halte sowohl die Begriffe regeln, als auch den Begriff übersetzen
00:28:50: nicht für resistiv führend in diesem Bereich. Übersetzen ist einfach eine andere Geschichte.
00:28:57: Übersetzen ist ich Übersetze von einer Sprache in einer anderen oder mein Vergehen auch von
00:29:02: einen Dialekt in einer anderen Dialekt, also wirklich mit anderen Begrifflichkeiten, mit
00:29:07: der anderen Satzkonstruktion und so weiter. Und das mache ich in der einfachen Sprache
00:29:11: nicht. Ich übersetze in der einfachen Sprache nicht, sondern ich mache die Bau sozusagen
00:29:19: die Texte ein bisschen anders auf. Ich verwende aber die gleichen Begriffe. Das heißt, übersetzen
00:29:26: ist einfach eine komplett andere Geschichte. Deswegen sage ich nicht übersetzen. Und ich
00:29:31: spreche auch nicht von Regeln, weil Regeln immer suggerieren meines Erachtens, dass diese
00:29:37: Dinge verbindlich sind. Regeln sind verbindlich. Und Leitlinien sind nicht verbindlich. Es
00:29:43: ist sprächlich lieber von Leitlinien als von Regeln und von Übertragen statt übersetzen
00:29:49: oder vereinfacht nicht statt übersetzen. Es ist wie Jacke und Hose. Ich verspere mich
00:29:54: da selber. Manchmal darüber, dass Leute so auf irgendwelche Begriffen rumhacken. Diesmal
00:29:58: mache ich das selber. Die erste wichtige Allgemeinheitlinie, der einfach in Sprache ist, dass man sich
00:30:08: an der Zielgruppe orientiert. Klimts banal. Tun wir aber nicht meistens. Sondern wir schreiben
00:30:16: einfach so, wie es uns gerade gefällt oder wie sozusagen so, dass es den Leuten, die
00:30:23: wir vor allem haben, vielleicht gefällt. Das sind wir ganz gut an der Wissenschaft
00:30:27: übrigens. Wenn wir wissenschaftliche Texte lesen oder schreiben, dann schreiben wir
00:30:32: im Prinzip nicht für eine allgemeine Öffentlichkeit. Das ist auch korrekt so. Sondern wir schreiben
00:30:36: für eine gebildete Zielgruppe, eine Peergruppe, eine andere Wissenschaftler*innen aus unserem
00:30:43: Bereich. Und sie werden, dass wir da regelmäßig so verstehen, wie wir das schreiben. Jetzt
00:30:48: ist es aber so, dass wir zum Beispiel als Jurist*innen vielleicht nicht für andere Jurist*innen
00:30:53: schreiben oder nicht in erster Linie. Dann haben wir unsere Zielgruppe sozusagen verfehlt,
00:30:59: wenn wir so schreiben, als ob wir für Jurist*innen schreiben würden. Weil die Jurist*innen
00:31:03: sagen, ja, Pipi-Kram und die Bürger*innen sagen, hey, verstehe ich es nicht. Wichtig ist
00:31:12: aber auch, dass man sozusagen diese Leitlinie wirklich sehr an die eigenen Zielgruppe auch
00:31:20: anpassen kann oder auch an der eigenen Bedarfe sozusagen. Ich hatte ja in einem der letzten
00:31:26: Porträts über Diversität gesprochen, Diversität in der Sprache, die dazu führen kann,
00:31:33: dass Sprache schwieriger verständlich wird. Und jetzt ist die große Jackpot-Frage oder
00:31:40: unsere Joker, Telefon-Joker. Wie kriegen wir es hin, diese beiden Anforderungen zu vereinbaren
00:31:47: oder verbietet die einfachen Sprache zum Beispiel das Gender*n oder das andere Dinge, wie Migrations-
00:31:55: hintergrund, Stadt, Ausländer*innen oder was Gott weiß. Das ist, wie gesagt, bei der einfachen
00:32:02: Sprache noch ein bisschen flexibler geregelt. Es gibt sozusagen keine Verbote. Wenn da bestimmte
00:32:07: Dinge vorgegeben sind, dann sollte man das machen oder muss man das machen. Wenn es nicht
00:32:15: vorgegeben ist, sozusagen oder nicht vorgesehen ist, dann sollte man vielleicht gucken, dass
00:32:21: man einfache Formulierungen verhindert. Ich finde, diesem Fall ist die Verständlichkeit
00:32:28: wichtiger als das Thema Diversität. Aber das muss jeder für sich entscheiden und das
00:32:37: kann auch jeder für sich entscheiden. Noch ein letztes Wort zum Thema Zielgruppe. Ich
00:32:41: habe ja vorhin gesagt, es ist so, dass wir uns immer an die Zielgruppe anpassen sollten
00:32:47: und eigentlich auch müssten, wenn wir unseren, ich weiß nicht, den Beruf ernst nehmen. Das
00:32:52: heißt aber auch, dass wir durchaus nicht alles in einfacher Sprache schreiben müssen. Das
00:32:57: ist so ein häufiges Missverständnis, was ich häufig lese und was ich auch für schwierig
00:33:04: halte. Also wir können nicht alle Menschen zu einfacher Sprachetexten, Texte*innen machen.
00:33:11: Genauso werde ich für alle Leute zur digitale Barrierefreiheitsprofis machen können. Das
00:33:16: ist einfach illusorisch und wenn jemand denkt, man könnte mit humaner Ressourcen alle Inhalte
00:33:22: in leiste und einfaches Sprach übersetzen. Also alle Inhalte, die jetzt neu erstellt werden,
00:33:28: von den Inhalten, die bereits übersteht, reden wir gar nicht erst. Dann ist man irgendwie
00:33:34: im Takatuka-Land, glaube ich, versunken. Das geht manuell gar nicht. Dafür haben wir
00:33:39: die Ressourcen nicht. Aber es gibt noch keine Notwendigkeit dafür. Genauso wie ich, keinen
00:33:44: Fachartikel für Jurist*innen oder Mathematiker*innen lesen werde. Genauso wie ich würde jemand,
00:33:50: der auf einfaches Sprache angewiesen wird, jetzt einen Text über einfaches Sprache lesen.
00:33:57: Man kann natürlich immer Szenarien kreieren, indem das passiert. Aber was passiert in der
00:34:03: Regel nicht? Warum nicht? Weil das Metacommunikation ist. Metacommunikation, also Kommunikation
00:34:09: über Kommunikation, ist für Kommunikationsexpert*innen super interessant oder vielleicht noch nicht
00:34:15: interessant, aber sind hier sind trotzdem. Aber für jemanden, der nicht in der Sprache
00:34:20: arbeitet, ist das vollkommen irrelevant. Das ist so wie der Wetterbericht von vorletzendem
00:34:25: Jahr. Ist interessant für Wetterhistoriker, wenn es so etwas gibt. Aber jetzt für ein
00:34:30: normalsterblichen ist das vollkommen irrelevant. Also es gibt durchaus nicht die Notwendigkeit
00:34:36: oder es macht gar keinen Sinn zu fordern, dass alles in einfaches Sprache übersetzt
00:34:41: wird, sondern die Informationen, die sich an die Allgemeinheit richten, die sollten
00:34:46: und müssten in der verständlichsten Form präsentiert werden. Was glaube ich ein großes
00:34:52: Manko ist, dass wir wirklich keine Tools haben oder nur wenige Tools, die uns dabei helfen
00:34:59: und die kostenlos sind. Also es gibt mittlerweile einige Werkzeuge, ich glaube das Hohenheimer,
00:35:05: ich weiß gar nicht mehr, wie das Fuli heißt, aber es gibt ein Hohenheimer Verständlichkeitsmodell
00:35:10: auf dessen Basis ein Tool entwickelt wurde. Es gibt ja ganz viele andere Dinge, auf die
00:35:16: ich jetzt gerade nicht komme. Da gibt es also ganz viel. Auf der einen Seite, auf der anderen
00:35:21: Seite, das ist richtig, richtig, richtig teuer und diese Tools erfordern teilweise auch dann
00:35:25: eine Integration in die Software-Architektur. Was wir im Grunde bräuchten, ist so etwas
00:35:30: wie eine Browser-Erweiterung oder eine Erweiterung für Word oder so, die uns dann automatisch
00:35:36: dabei hilft, diese Texte fast letztlich anzuschreiben. Das ist ein bisschen gerade an Automatisierung.
00:35:40: Damit das noch besser wird. Aber das ist wieder ein Zukunfts- und ein anderes Thema, mit dem
00:35:46: ich mich heute nicht beschäftigen werde. In einem der nächsten Podcast möchte ich dann
00:35:51: die Leitlinien der altfachen Sprache aufgreifen und ein bisschen was darüber erzählen, wie
00:35:57: man die altfache Sprache im Alltag umsetzen kann. Ich hoffe euch hat die Frage gefallen
00:36:03: und vielleicht hören wir uns selber am nächsten Mal. Bis dann.
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